IMAGO / dts Nachrichtenagentur(dmb) Der Deutsche Mieterbund (DMB) appelliert an die Bundesländer, die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Kürzungen des Wohngeldes abzulehnen und in der am Freitag anstehenden Bundesratssitzung dagegen zu stimmen. „Die geplanten Einsparungen beim Wohngeldetat in Höhe von 45 Prozent sind unverhältnismäßig und ein sozialpolitischer Rückschritt. Wir fordern die Bundesländer eindringlich dazu auf, die Kürzungen beim Wohngeld abzulehnen“, sagt Dr. Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes. „93 Prozent aller Wohngeldempfänger sind Mieterhaushalte, vor allem Rentnerinnen und Renter, Familien mit Kindern und Alleinlebende. Diese Menschen verfügen über wenig finanziellen Spielraum und müssen angesichts steigender Wohnkosten dringend unterstützt werden."
Zuvor hatten auch die im Bundesrat federführenden Ausschüsse für Wohnungswesen und Arbeit und Sozialpolitik eine Ablehnung empfohlen. Insbesondere die Tatsache, dass schätzungsweise 380.000 Haushalte aus dem Wohngeldbezug herausfallen werden und künftig auf andere Sozialleistungen angewiesen sind, sorgt für Kritik. Zudem wird die voraussichtlich steigende Zahl von Bürgergeld- und Sozialhilfeempfängern zu höheren Kosten bei den Kommunen führen und dadurch nicht zu den erhofften Einsparungen beim Wohngeld führen. Der Mieterbund geht sogar von bis zu 500.000 Haushalten aus, die im Zuge der Reform aus dem Wohngeldbezug herausfallen und auf andere Sicherungssysteme angewiesen sind.
„Leistungskürzungen senken keine Mieten und schaffen keine einzige zusätzliche Wohnung. Sie erhöhen vielmehr das Risiko von Mietrückständen, Wohnungsverlust und Wohnungslosigkeit“, so Weber-Moritz. „Wer den Sozialstaat entlasten will, muss endlich in dauerhaft bezahlbaren Wohnraum investieren und Mieterinnen und Mieter wirksam schützen.“
Die Wohnungs- und Mietenkrise hat sich in Deutschland auf hohem Niveau verfestigt und wird zunehmend zur Sozialstaatskrise. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Mietenreport des Deutschen Mieterbundes. Eine repräsentative Befragung im Rahmen des Mietenreports 2026 zeigt die wachsende Unsicherheit: 58 Prozent berichten von gestiegenen Wohnkosten innerhalb der vergangenen zwölf Monate. 29 Prozent sorgen sich, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Jeder Zweite befürchtet, im Bedarfsfall keine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden. Mehr als jeder vierte Mieter könnte die eigene Wohnung nach einem starken Einkommensverlust höchstens noch drei Monate halten.
Die wichtigsten Zahlen des aktuellen Mietenreports auf einen Blick:
- 52,8 % der Bevölkerung wohnen zur Miete.
- 78,4 % der armutsbetroffenen Menschen wohnen zur Miete.
- 58 % der befragten Mieter:innen berichten von gestiegenen Wohnkosten.
- 29 % sorgen sich, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können.
- 50 % fürchten, keine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden.
- 35,0 % der armutsbetroffenen Menschen sind extrem wohnkostenüberlastet.
- Rund 1,2 Millionen Haushalte bezogen Ende 2024 Wohngeld.
- Rund 1,03 Millionen Sozialwohnungen gab es 2025.
- Rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlen in Deutschland.
Die Stellungnahme zum Wohngeld finden Sie hier.
Den Mietenreport 2026 finden Sie hier.
Über den Deutschen Mieterbund
Der Deutsche Mieterbund (DMB) ist der Dachverband von 15 DMB-Landesverbänden und über 300 örtlichen DMB-Mietervereinen mit mehr als 500 Beratungsstellen in ganz Deutschland. In ihm sind aktuell rund 1,25 Millionen Haushalte Mitglied, das entspricht etwa 3 Millionen Mieterinnen und Mietern.
Der Deutsche Mieterbund ist eine demokratische und pluralistische Organisation, die sich für alle Mieterinnen und Mieter einsetzt, unabhängig von ihrer Herkunft, sexuellen Identität und politischen Orientierung. Er steht für eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung bestimmter Gruppen oder Minderheiten.
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Dr. Jutta Hartmann
Littenstraße 10
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