IMAGO / Arnulf Hettrich(dmb) Der Deutsche Mieterbund (DMB) warnt angesichts stark steigender Mieten und eines immer größeren Anteils befristeter und möblierter Mietangebote vor einer weiteren Verschärfung der Wohnungsnot in deutschen Städten. Aktuelle Zahlen des GREIX-Mietpreisindex zeigen, dass die Angebotsmieten im vierten Quartal 2025 bundesweit um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind – und damit doppelt so stark wie die allgemeine Teuerung.
„Diese Entwicklung ist alarmierend und für Millionen Mieterinnen und Mieter schlicht nicht mehr zu bewältigen“, erklärt Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes. „Wohnen wird immer schneller immer teurer, während gleichzeitig das Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen und unbefristeten Mietverträgen schwindet.“
Besonders kritisch sieht der Mieterbund den stark wachsenden Anteil befristeter und möblierter Mietverträge. Bundesweit ist inzwischen mehr als jedes sechste Wohnungsinserat befristet oder möbliert, in Metropolen wie München sogar rund ein Drittel. „Befristete und möblierte Wohnungen sind häufig nichts anderes als ein Instrument zur Umgehung des Mieterschutzes“, so Weber-Moritz. „Hier werden überhöhte Preise verlangt und der Kündigungsschutz ausgehebelt, alles auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter, die auf den überhitzten Mietmärkten oft keine andere Möglichkeit haben, als solche Angebote anzunehmen.“
Die Lage ist vor allem in den Großstädten angespannt. In München liegt die durchschnittliche Angebotsmiete inzwischen bei über 23 Euro pro Quadratmeter, auch Frankfurt, Hamburg und Köln verzeichnen deutliche Mietpreisanstiege. Gleichzeitig ist die Zahl der Mietinserate im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gesunken, langfristig sogar um rund 20 Prozent. „Wer heute eine Wohnung sucht, braucht nicht nur Geduld, sondern auch ein hohes Einkommen“, sagt Weber-Moritz. „Geringverdienende, Auszubildende, Seniorinnen und Senioren, Studierende und Familien werden aus den Städten verdrängt. Das ist sozialpolitisch hochproblematisch und gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
Der Deutsche Mieterbund fordert die Bundesregierung daher auf, rasch gegenzusteuern. Notwendig seien unter anderem eine wirksame Verschärfung und Bußgeldbewehrung der Mietpreisbremse, die Ahndung von Mietwucher, klare gesetzliche Einschränkungen für befristete und möblierte Vermietungen sowie ein deutlich beschleunigter Neubau bezahlbarer Mietwohnungen und Sozialwohnungen.
„Der Wohnungsmarkt darf nicht länger den Renditeinteressen weniger überlassen werden“, betont Weber-Moritz. „Wohnen ist ein Grundbedürfnis – und bezahlbarer Wohnraum muss endlich wieder oberste Priorität der Politik werden.“
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Dr. Jutta Hartmann
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