IMAGO / Zoonar(dmb) Unter dem Leitthema „Wohnen als soziale Frage“ findet am 26. und 27. Juni 2026 die diesjährige Bundesarbeitstagung des Deutschen Mieterbundes (DMB) in Fulda statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die zunehmende soziale Ungleichheit auf dem Wohnungsmarkt, die steigende Belastung vieler Haushalte durch hohe Mieten sowie die Frage, wie ausreichend bezahlbarer Wohnraum geschaffen und gesichert werden kann.
Zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung diskutieren DMB-Präsidentin Dr. Melanie Weber-Moritz, der hessische Wirtschafts- und Wohnungsminister sowie stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori, Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), und Dr. Ulrich Schneider, Sozialexperte, Kommunikationsberater (GKS Consult – Gesellschaft für Kommunikation und Soziales) und langjähriger Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Gesamtverbands, über die Auswirkungen hoher Wohnkosten auf gesellschaftliche Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und demokratische Stabilität. Zudem stehen die aktuellen wohnungspolitischen Vorhaben von Bund und Ländern im Fokus der Podiumsdiskussion.
„Wohnen ist längst nicht nur die soziale Frage, sondern die soziale Krise unserer Zeit. Für immer mehr Menschen wird es zur finanziellen Belastungsprobe, eine bezahlbare Wohnung zu finden oder zu halten. Besonders Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen geraten zunehmend unter Druck. Wenn Menschen einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete aufbringen müssen, beeinträchtigt das nicht nur ihr persönliches Leben, sondern gefährdet den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt“, erklärt Dr. Melanie Weber-Moritz. „Wir brauchen jetzt entschlossenes politisches Handeln. Dazu gehört ein wirksamer Schutz vor überhöhten Mieten, insbesondere eine bußgeldbewehrte Mietpreisbremse sowie die konsequente Bekämpfung von Mietwucher, und deutlich mehr Investitionen in den sozialen und gemeinnützigen Wohnungsbau.“
„Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Wer jeden Tag arbeiten geht, muss sich auch eine gute und bezahlbare Wohnung leisten können“, sagt Kaweh Mansoori. „Deshalb setzen wir in Hessen auf einen doppelten Ansatz: Wir schützen Mieterinnen und Mieter und schaffen gleichzeitig die Voraussetzungen für mehr Wohnungsbau. Denn klar ist: Am Ende lösen nicht Aktenordner die Wohnungsnot, sondern neue Wohnungen. Dafür brauchen wir schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und mehr Pragmatismus beim Bauen.“
„Bezahlbares Wohnen sichern wir nicht mit immer neuen Auflagen, sondern mit verlässlichen Rahmenbedingungen. Klimaschutz, altersgerechter Umbau und sozialer Neubau kosten Geld – während Förderungen, Zinsen und Baukosten der Realität davonlaufen. Wer mehr bezahlbaren Wohnraum will, muss die Unternehmen stärken, die ihn schaffen und erhalten – nicht überfordern“, so Axel Gedaschko.
„Welche Erwartungen sollen Bürgerinnen und Bürger noch an ihren Staat haben, wenn er ihnen das elementarste Bedürfnis nach Sicherheit nicht mehr garantieren kann? Wohnen ist die humane Frage unserer Zeit. Wer die Wohnungskrise hinnimmt, riskiert nicht nur soziale Härten, sondern einen Verlust an Vertrauen, Zusammenhalt und demokratischer Stabilität“, erklärt Dr. Ulrich Schneider.
Die öffentliche Veranstaltung findet am Freitag, 26. Juni 2026, von 10:00 bis 12:00 Uhr in Fulda statt.
Im Anschluss folgt die interne Fortbildungsveranstaltung des Deutschen Mieterbundes, an der rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Landesverbänden und Mietervereinen des DMB teilnehmen. Die Foren und Arbeitskreise der Bundesarbeitstagung greifen aktuelle rechtliche, wohnungspolitische und organisatorische Themen auf und bieten praxisnahe Fortbildungen zu aktuellen Entwicklungen im Mietrecht.
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Über den Deutschen Mieterbund
Der Deutsche Mieterbund (DMB) ist der Dachverband von 15 DMB-Landesverbänden und über 300 örtlichen DMB-Mietervereinen mit mehr als 500 Beratungsstellen in ganz Deutschland. In ihm sind aktuell rund 1,25 Millionen Haushalte Mitglied, das entspricht etwa 3 Millionen Mieterinnen und Mietern.
Der Deutsche Mieterbund ist eine demokratische und pluralistische Organisation, die sich für alle Mieterinnen und Mieter einsetzt, unabhängig von ihrer Herkunft, sexuellen Identität und politischen Orientierung. Er steht für eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung bestimmter Gruppen oder Minderheiten.
Dr. Jutta Hartmann
Littenstraße 10
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